Europäische Cloud-Anbieter – und was das für Microsoft Teams & Co. bedeutet

15. September, 2025

Zwischen Unabhängigkeit, Integration und der Frage, wie viel Souveränität im Alltag bleibt

Der jüngste Ausfall bei Amazon Web Services (AWS) im Oktober hat vielen gezeigt, wie abhängig die digitale Welt von wenigen Akteuren ist. Drei US-Konzerne – Amazon (≈ 31 %), Microsoft (≈ 25 %) und Google (≈ 10 %) – kontrollieren rund zwei Drittel der weltweiten Cloud-Infrastruktur.

Wenn eines dieser Zahnräder stillsteht, steht oft die halbe Welt mit. Und das betrifft längst nicht nur Start-ups oder Streamingdienste – sondern die tägliche Arbeit in Behörden, Mittelstand und Konzernen. Gerade hier stellt sich die Frage: Gibt es Alternativen, die mehr Souveränität erlauben – und wie praktikabel sind sie, wenn wir trotzdem mit Tools wie Microsoft Teams arbeiten wollen?



Europas Antwort auf die Cloud-Dominanz

Europa war nie der lauteste Kontinent, wenn es um Technologie ging – aber einer der konsequentesten. Datenschutz, Energieeffizienz, Rechtsklarheit: Das sind Werte, die hier kein Marketingversprechen sind, sondern Gesetz.
Diese Leitlinien prägen auch die Arbeit von ByteHeroes: Die eigene Cloud des Unternehmens läuft ausschließlich in deutschen Rechenzentren, unterliegt damit vollständig europäischem Recht und bietet Unternehmen eine souveräne Alternative für Hosting, Backups und kritische Workloads. Während US-Clouds auf Marktanteile und Geschwindigkeit setzen, entstehen in Europa Anbieter, die auf Kontrolle, Offenheit und Nachhaltigkeit setzen.

Zu den wichtigsten gehören:

OVHcloud (Frankreich)

Das französische Schwergewicht betreibt über 30 Rechenzentren weltweit, ist DSGVO-konform und einer der Hauptpartner der europäischen Initiative Gaia-X. OVHcloud legt seine Architektur offen, arbeitet weitgehend mit Open Source und hat mit „SecNumCloud“ sogar eine Zertifizierung der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI – ein Gütesiegel, das keine US-Cloud besitzt.

IONOS Cloud (Deutschland)

IONOS ist der Mittelstands-Cloud-Anbieter aus Deutschland. Rechenzentren in Karlsruhe, Frankfurt und Berlin, volle Vertragsbindung ans EU-Recht und damit echte Rechtssicherheit. Viele deutsche Behörden und Banken setzen inzwischen auf IONOS, weil die Infrastruktur nicht über Drittländer gespiegelt wird.

Hetzner Online (Deutschland)

Hetzner gilt als Fels in der Brandung – kein Hochglanzprodukt, aber maximale Kontrolle. Das Unternehmen bietet dedizierte Server und Cloud-Umgebungen mit strengem Datenschutz. Besonders beliebt bei Entwicklerteams und Agenturen, die Wert auf vollständige Datenhoheit legen.

Scaleway (Frankreich)

Die Tochter des französischen Telekomkonzerns Iliad positioniert sich als nachhaltige und entwicklerfreundliche Cloud-Alternative. Serverstandorte in Frankreich, Amsterdam und Polen, 100 % Ökostrom, transparente Preisstruktur und offene APIs. Ideal für Projekte, die bewusst europäisch aufgestellt sein wollen.

Gcore (Luxemburg)

Noch jung, aber wachsend: Gcore bietet Edge-, Cloud- und KI-Services aus Luxemburg mit Fokus auf niedrige Latenzzeiten und EU-Datenschutz. Besonders interessant für Streaming-, Gaming- und IoT-Unternehmen. Neben diesen großen europäischen Playern gewinnen auch spezialisierte, mittelständische Clouds an Bedeutung – darunter Anbieter wie ByteHeroes, die bewusst auf deutsche Standards, strikte Datenhoheit und regionale Nähe setzen.



Wer schon europäisch hostet – Behörden, Mittelstand und Konzerne

Immer mehr Organisationseinheiten erkennen, dass Cloud-Souveränität kein Idealismus ist, sondern ein Wettbewerbsvorteil.

Volkswagen nutzt für sensible Entwicklungsdaten hybride Cloud-Strukturen: interne Rechenzentren kombiniert mit europäischen Providern wie T-Systems und IONOS – getrennt vom globalen Microsoft- oder AWS-Netz. So bleibt geistiges Eigentum im eigenen Rechtsraum. Bosch betreibt seine eigene „Bosch Cloud“ in Deutschland auf Basis europäischer Standards – die IoT-Services werden vollständig im Inland gehostet. Gleichzeitig ist Bosch Partner von Gaia-X und engagiert sich im Aufbau gemeinsamer europäischer Datenräume. Schwarz IT (Kaufland / Lidl-Gruppe) hat 2024 den französischen Anbieter OVHcloud als strategischen Partner gewählt und baut zusätzlich eigene Rechenzentren in Deutschland – ein bewusster Schritt hin zu Unabhängigkeit und Kontrolle. Deutsche Börse Group setzt im Handel und Clearing auf Open Telekom Cloud (T-Systems & Huawei Europe) mit Standorten in Deutschland – Compliance und Auditierbarkeit stehen hier über globaler Performance.

Mittelständische Unternehmen wie Würth, Viessmann, Rittal oder Trumpf nutzen hybride Setups mit IONOS, Hetzner oder T-Systems für ERP-, CAD- und HR-Systeme. Sie profitieren von geringeren Latenzen und besserer rechtlicher Klarheit bei personenbezogenen Daten. Auch spezialisierte IT-Dienstleister wie ByteHeroes erhöhen die Souveränität im Mittelstand, indem sie eigene Cloud-Umgebungen in deutschen Rechenzentren bereitstellen. Diese Infrastruktur ist auf Compliance, Backup-Sicherheit und volle DSGVO-Konformität ausgelegt – eine Alternative zu globalen Hyperscalern, ohne auf Performance oder Komfort zu verzichten.

Selbst digitale KMUs wie Seibert Media oder Kaufland Digital testen inzwischen, interne Entwicklungsprojekte über europäische Clouds laufen zu lassen – schlicht, um Governance, SLA und Preisstruktur wieder selbst zu bestimmen. Auch im öffentlichen Sektor wächst die Zahl souveräner Projekte: Die Stadt Köln nutzt Nextcloud für Verwaltung und Dokumentenmanagement, Baden-Württemberg betreibt eine eigene Landescloud, und die Bundesverwaltung migriert schrittweise auf IONOS- und Telekom-Infrastruktur.
Das zeigt: Cloud-Souveränität ist längst kein Nischenthema mehr – sie wandert aus den Strategiepapieren in den Alltag.



Microsoft Teams – die Realität hinter der EU-Cloud

Fast alle Unternehmen nutzen heute Microsoft Teams. Das Tool ist der Dreh- und Angelpunkt moderner Zusammenarbeit – und gleichzeitig ein Lehrbeispiel für digitale Abhängigkeit.

Microsoft verweist seit 2025 auf die „EU Data Boundary“: Daten von EU-Kunden sollen ausschließlich in europäischen Rechenzentren verarbeitet werden. Das verbessert die Datenresidenz, ersetzt aber nicht das US-Jurisdiktionsrisiko: Der CLOUD Act gilt weiterhin – und erlaubt US-Behörden im Zweifel Zugriff, selbst auf Server in Frankfurt oder Dublin.

Mit anderen Worten: Auch wenn Teams in Europa läuft, liegt der rechtliche Schlüssel immer noch außerhalb der EU.



Praxisfall: Microsoft Teams – wie souverän ist das Arbeiten wirklich?

Viele Unternehmen nutzen Microsoft Teams als zentrale Plattform für Zusammenarbeit – Chat, Meetings, Dokumente, KI-Assistenten. Microsoft verweist auf seine EU Data Boundary, laut der Kundendaten künftig ausschließlich in europäischen Rechenzentren verarbeitet werden. Das verbessert die Datenresidenz – ersetzt aber nicht das US-Jurisdiktionsrisiko.

Was also tun? Ein wachsender Anteil von Organisationen kombiniert Teams mit europäischen Bausteinen: – Nextcloud für sensible Dateiablagen – Mattermost oder Wire für interne Chats – Aleph Alpha APIs für interne KI-Anwendungen – On-Premises S3-Storage oder eigene Rechenzentren für Backups

Viele Unternehmen – darunter auch ByteHeroes mit seiner eigenen, in Deutschland gehosteten Cloud-Infrastruktur – setzen genau hier an. ByteHeroes betreibt seine Systeme vollständig nach deutschen Datenschutz- und Sicherheitsstandards, trennt produktive Systeme strikt von sensiblen Datenbereichen und ermöglicht Kunden, Teams in hybride Architekturen einzubetten, ohne Datenhoheit einzubüßen.
Diese hybride Architektur erfordert Aufwand: Governance, Identitätsmanagement, Schnittstellenpflege. Doch sie schafft Kontrolle, senkt Risiken und stärkt Compliance. Öffentliche Einrichtungen in Deutschland und Frankreich gehen hier voran: Sie nutzen Teams als Benutzeroberfläche, aber trennen die Datenverarbeitung technisch – eine Balance aus Komfort und Kontrolle. So wird digitale Souveränität nicht zum Verzicht, sondern zur bewussten Architekturentscheidung.



Fazit: Zwischen Komfort und Kontrolle

Die Debatte um Cloud-Souveränität ist kein theoretisches Konstrukt mehr. Sie entscheidet, ob Europa die digitale Zukunft gestaltet oder verwaltet.

Microsoft Teams mag bequem sein – aber ohne ergänzende europäische Cloud-Schichten bleibt es ein Werkzeug unter fremdem Recht. Europäische Anbieter zeigen, dass es Alternativen gibt: nachhaltiger, transparenter, nachvollziehbarer. Für Unternehmen entsteht dadurch ein neuer Handlungsspielraum: Hyperscaler dort nutzen, wo sie sinnvoll sind – und gleichzeitig auf europäische oder deutsche Alternativen wie die ByteHeroes Cloud setzen, wenn Kontrolle, Transparenz oder Compliance im Vordergrund stehen. Vielleicht ist der Weg hybrid. Vielleicht unbequem. Aber genau das ist der Preis für Freiheit – in der analogen wie in der digitalen Welt.



Quellen

Synergy Research Group, Global Cloud Market Share Q3 2025 Microsoft, EU Data Boundary Whitepaper, Juli 2025 European Commission, Gaia-X Framework Overview Bundesministerium des Innern, Digitale Souveränität im öffentlichen Sektor, 2025 Handelsblatt, VW und Bosch setzen auf eigene Cloud-Infrastrukturen, April 2025 Heise Online, Stadt Köln wechselt zu Nextcloud, Mai 2025 Heise Online, Microsoft Teams kann ab Dezember Büroanwesenheit erfassen, 2025 OVHcloud, SecNumCloud Certification Report, 2025 IONOS Group AG, Compliance & Data Sovereignty Statement, 2025 RCRWireless, SAP boosts European cloud sovereignty offering, 2025



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